World Labs eröffnet Frameboy: Atlas in Echtzeit im Browser mit bis zu 15 Bildern pro Sekunde erkunden
World Labs startet Frameboy, eine öffentliche Demo, die Atlas mit bis zu 15 fps aus der Cloud in den Browser streamt, und integriert den Live-Modus in Viewfinder (Closed Beta).

World Labs hat am 5. November 2026 Frameboy freigeschaltet, eine öffentliche Demo, die eine optimierte Variante von Atlas — seinem autoregressiven Weltmodell — in Echtzeit im Browser ausführt. Die Ankündigung erfolgte im Blog von World Labs sowie über das Konto @theworldlabs; die Demo lässt sich unter frameboy.worldlabs.ai aufrufen.
Von der On-Demand-Generierung zum kontinuierlichen Stream
Atlas, das laut demselben Beitrag rund zwei Monate zuvor vorgestellt wurde, generiert Bilder nacheinander mit einer Kamerasteuerung, die als „pixelgenau“ beschrieben wird. Bislang sah die typische Nutzung so aus: Standorte festlegen, Generierung anstoßen, warten. World Labs betont, dass diese Wartezeit — zig Sekunden oder Minuten — den Iterationsprozess spürbar ausbremst.
Frameboy dreht den Kreislauf um: Cloud-GPUs senden einen Bildstream, während der Nutzer die Kamera bewegt — laut Hersteller mit bis zu 15 Bildern pro Sekunde. Die bereitgestellte Variante sei für die Inferenz „hochgradig optimiert“, ohne die Synthese neuer Blickwinkel einzubüßen. Die Szenen der Demo sind handverlesen; manche basieren auf einem einzelnen Eingangsbild, andere auf Multi-View-Aufnahmen realer Orte (der Blog nennt insbesondere bekannte Wegmarken).
Viewfinder: Szenen aufbauen und live erkunden
World Labs hat diesen Echtzeitmodus auch in Viewfinder integriert, eine Webanwendung rund um Atlas: Man erstellt eine Szene Bild für Bild (Farbe und Tiefe) und schaltet anschließend ein Frameboy-Overlay zu, um sie per Streaming zu erkunden. Viewfinder verbleibt in der Closed Beta; Anmeldungen laufen über die Warteliste. Das frei zugängliche Frameboy beschränkt sich dagegen auf die kuratierten Szenen.
Offen benannte Grenzen
Der Blogbeitrag spricht die Kosten offen an: Frameboy muss derzeit noch auf einem leistungsstarken Cloud-GPU-Server laufen und ist gegenüber lokalem Rendering „nicht günstig“. Die Obergrenze von 15 fps und die Bildqualität bleiben Angaben des Labors, ohne externe Benchmarks in der Ankündigung. Die genannten Einsatzbeispiele (Locationscouting für den Film, Baustelleninspektion, Spielelevel, Robotik-Simulation) verdeutlichen die Produktabsicht; sie belegen keine bereits in Produktion befindlichen Kundeneinsätze.
Unsere Einschätzung
Frameboy führt kein neues Modell ein: Es verändert das Interaktionsparadigma rund um Atlas. Der Wechsel von einer Job-Warteschlange zu einem flüssigen Kamerastream macht aus einem Weltmodell fast eine generative Rendering-Engine — vorausgesetzt, man akzeptiert die Cloud und deren Preis. Für Kreative und Studios dient die öffentliche Demo vor allem dazu, zu beurteilen, ob die 3D-Konsistenz bei freier Bewegung standhält. Um den tatsächlichen Nutzen zu bewerten, braucht es Viewfinder außerhalb der Warteliste sowie konkrete Kosten pro Minute, die in der Ankündigung noch fehlen. So wie es dasteht, markiert Frameboy einen klaren Schritt hin zu begehbaren Weltmodellen, ist aber noch kein Werkzeug für den Produktionsalltag.
Quellen
- World Labs — Frameboy: Atlas in Real-time (Blog, 5. November 2026) Primärquelle
- World Labs — Frameboy-Demo Primärquelle
- World Labs (X) — Ankündigung zu Frameboy Primärquelle
- World Labs — Warteliste für Viewfinder / Atlas Primärquelle
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